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Über
die Best-Practice-Beispiele hinaus engagieren sich zahlreiche Kreise
im Bereich des Geodatenmanagements.
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Geoinformationssysteme sind aus einer modernen Verwaltungsinfrastruktur nicht mehr wegzudenken. Neben schnellen grafischen Darstellungen von Sachverhalten ermöglichen Geoinformationssysteme besonders die räumliche Analyse von Sachverhalten und tragen so zu einer Effizienzsteigerung bei.
Für den Aufbau kommunaler Geodateninfrastrukturen sprechen die damit zu erreichende größere Bürgernähe und Wirtschaftsorientierung der Verwaltung durch zeitnahe und wirtschaftliche Auskunft bei Anfragen von Bürgern, Unternehmen und aus der Verwaltung. Sie befördern eine höhere Transparenz und kundenorientierte Darstellung in vielen kreisrelevanten Handlungsfeldern wie Wirtschaftsförderung, ÖPNV und Raumplanung. Hinzu kommt eine hohe Steuerungsrelevanz für die Entscheidungsträger durch die Verfügbarkeit aktueller Planungsgrundlagen und die Erstellung (sozial-)räumlicher Analysen. Maßgeblich ist zudem die Erhöhung der Verwaltungseffizienz durch Entlastung von Routineaufgaben, Vermeidung redundanter Datenhaltungen sowie arbeitsplatz- und fachbereichsübergreifende Nutzung von Daten. Schließlich fördert der Aufbau einer Geodateninfrastruktur die interkommunale Zusammenarbeit mit den Gemeinden durch gemeinsame Optimierung der Geschäftsprozesse, schafft Synergieeffekte durch kreisweit homogene Software- und Datenstrukturen und stärkt die Rolle der Landkreise als Dienstleister für die Gemeinden.
Informationen des Deutschen
Landkreistags zum Thema:
„Der
Landkreis“ Heft 2/2009: Dr. Kay Ruge, Berlin,
Geodaten sinnvoll nutzen
Interview aus der Zeitung Business Geomatics, Ausgabe 4/2009 vom 27.4.2009
„Der
Landkreis“ Heft 2/2009: Georg Gorrissen/Thorsten Luckow, Kreis Segeberg,
Aufbau eines Geodatenkaufhauses
Best-Practice-Beispiele aus Landkreisen:
Das
GIS-Büro Landkreis Diepholz hat das neue Geodatenportal
GeoWeb Landkreis Diepholz gestartet.
Es wurde eine gemeinsame Informations- und Kommunikationsplattform von Landkreis
und Kommunen rund um das Thema Geodaten, Geoinformationen und Geodienste geschaffen,
die u.a. folgende Angebote enthält:
Märkischer
Kreis, Hochsauerlandkreis sowie Kreise Soest, Olpe und Siegen-Wittgenstein
Die Kreise Soest,
Olpe, Siegen-Wittgenstein, Märkischer Kreis sowie der Hochsauerlandkreis
haben im Jahr 2006 die Initiative Geodateninfrastruktur Südwestfalen (GDI-SW)
gestartet. Ziele sind neben der Förderung interkommunaler Zusammenarbeit
die Schaffung eines Netzwerkes zum Austausch bzw. zur Bereitstellung von Geobasisdaten
und Geofachdaten sowie die Erstellung von Handlungsempfehlungen für den
Einsatz von Geoinformationssystemen in den Kommunen in Südwestfalen. Bereits
jetzt realisiert worden sind so u. a. die Vereinheitlichung der webbasierten
Liegenschaftsauskunft der Katasterbehörden, eine Visualisierung der durch
den Orkan Kyrill verursachten Waldschadensgebiete und die Verknüpfung mit
den Geobasisdaten der Kreise und des Landes.
Landkreis
Bernkastel-Wittlich
Der Landkreis Bernkastel-Wittlich hat maßgeblich an einem durch den
Landkreistag Rheinland-Pfalz mit Unterstützung des Landes und mit Begleitung
der Fachhochschule Mainz durchgeführten Modellprojekt mitgewirkt. Gegenstand
des Projekts war die modellhafte Implementierung eines Geoinformationssystems
bei den Kreisverwaltungen in Rheinland-Pfalz.
Landkreis
Cham
Bereits seit dem Jahr 2002 beschäftigt sich der Landkreis Cham intensiv
mit dem Thema „Geografische Informationsverarbeitung in der elektronischen
Verwaltung“, also dem Einsatz moderner Geoinformations-Kommunikationstechnologien
zur Beschleunigung und Vereinfachung von raumbezogenen Verwaltungsvorgängen.
Der Landkreis hat dazu erfolgreich den Aufbau einer interkommunalen GIS-Lösung
zusammen mit den kreisangehörigen Gemeinden betrieben. Nunmehr steht die
Integration dieses Systems in die Online-Bürgerservices des Landkreises
an. Diese bieten künftig neben Zugängen zu einem digitalen Planarchiv
und einer Online-Plattform für Planauslegungen auch ein geografisches Bürgerinformationssystems
und GDI-konforme Geo-Webservices an.
Landkreis
Diepholz
Mit der Einführung eines Geoinformationssystems im Jahre 2001 wurde
der Grundstock für den heutigen Aufbau der kommunalen Geodateninfrastruktur
im Landkreis Diepholz gelegt. Ziel dieser kommunalen Geodateninfrastruktur ist
es, gemeinsam mit den Gemeinden im Landkreis die Voraussetzungen zur wirtschaftlichen
Gewinnung, Auswertung und Anwendung von Geodaten zu schaffen. Nutznießer
sind sowohl die Anwender wie die Anbieter von Geodaten.
Main-Tauber-Kreis
Das Landratsamt Main-Tauber-Kreis hat im März 2006 gemeinsam mit dem
Umweltministerium und dem Landkreistag Baden-Württemberg ein Pilotprojekt
begonnen, von dem alle Landkreise im Land profitieren sollen. Ziel ist es, die
Grundlagen zum Geodatenmanagement zu schaffen.
Kreis Aachen
Der Kreis Aachen hat zusammen mit den Kreisen Euskirchen und Heinsberg,
der Stadt Aachen, der niederländischen Provinz Limburg sowie den niederländischen
Gemeinden Heerlen, Maastricht und Sittard-Geleen an einem Projekt mitgewirkt,
das eine gemeinsame grenzüberschreitende Infrastruktur zum Austausch von
digitalen Geodaten entwickelt.
Ostalbkreis
Unter www.ostalbmap.de stellt das Landratsamt Ostalbkreis seit Ende Juli
2008 digitale Karten und raumbezogene Objekte im Internet kostenlos zur Verfügung.
Bei der „Ostalbmap“ handelt es sich um die Bürgerlösung
des bereits seit 2005 beim Landratsamt und den Gemeinden im Kreis eingesetzten,
bereichsübergreifenden geografischen Informationssystems.
Hohenlohekreis
Das Landratsamt Hohenlohekreis stellt im Internet ein Geographisches
Informationsportal HOKis (Hohenlohekreis-Informationssystem) unter ausschließlicher
Verwendung lizenzkostenfreier Software zur Verfügung. Das Portal ist auf
einem extern angemieteten Server eines kommerziellen Anbieters eingerichtet
und somit aus Sicherheitsgründen völlig isoliert von der primären
Datenhaltung. Im Rahmen des GIS-Gesamtkonzepts des Landratsamts ist diese Lösung
eine kostengünstige Umsetzung der Auskunftskomponente für die Öffentlichkeit.
Das HOKis-Portal ist unter "Serviceleistungen" auf der homepage des
Landratsamts Hohenlohekreis www.hohenlohekreis.de
oder unter www.HOKis.eu erreichbar.