Hoch hinaus mit den Landkreisen Südwestpfalz und Rhein-Hunsrück
20.1.2010
Am Mittwoch hatte man sich am DLT-Stand viel vorgenommen: So wurde eigens zur
IGW vom Rhein-Hunsrück-Kreis ein Kletterbaum mit gusseisernem, eine Tonne
schwerem Standfuss nach Berlin gebracht und aufgestellt. Daran konnten die Messebesucher
– selbstverständlich fachmännisch gesichert durch Mitarbeiter
des Forstamtes Simmern – ihre Kletterkünste unter Beweis stellen
und in fast sieben Metern Höhe angekommen ihren Blick durch die Halle schweifen
lassen. Vor allem Kinder machten von dieser Möglichkeit Gebrauch, die zum
Teil aber auch anstehen mussten, weil der Andrang doch recht groß war.
Landrat Bertram Fleck hatte aber noch mehr im Gepäck und brachte
neben diesem Erlebnis auch ein echtes Hightech-Produkt mit: Die Firma Hahn Automation
reiste mit einem Industrieroboter an, an dem interessierte Kinder und Erwachsene
ihre Geschicklichkeit beim klassischen „Heißer Draht“-Spiel
– ausgeführt durch den ferngesteuerten Roboter – testen konnten.
Der Landkreis Südwestpfalz stellte vor allem das Biosphärenreservat Naturpark Pfälzer Wald vor und zeigte am Stand ein Video des dazugehörigen Mountainbike-Parks in Form einer rasanten Fahrt auf zwei Rädern. Dazu passend konnten die Besucher selbst auf´s Rad steigen und ein wenig dem Messestress entfliehen. Fachkundige Betreuung stellte hierbei der Mountainbiker Stephan Wagner sicher, selbst Fahrer im Team von Udo Bölts. Mitgebracht hatte Landrat Hans Jörg Duppré – zugleich Präsident des Deutschen Landkreistages – aber auch Pfälzer Leckereien: Wein aus der Region und den Bottenbacher Jagdtropfen. Begrüßt werden konnten am Stand die Bundestagsabgeordneten Peter Bleser und Anita Schäfer sowie die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Julia Klöckner.
Neben der Standpräsenz veranstaltete der Deutsche Landkreistag zudem mit der Agrarsozialen Gesellschaft (ASG) sowie dem Deutschen Bauernverband (DBV) in Halle 21b sowie auf dem Erlebnisbauernhof zwei gut besuchte Talkrunden. Die erste Runde mit dem Titel „Energie für´s Land – Perspektiven für eine verlässliche Energieversorgung im ländlichen Raum“ fand vor dem Hintergrund einer auch zukünftig flächendeckend sicheren Energieversorgung zu angemessenen Preisen als unverzichtbare Voraussetzung bundesweit gleichwertiger Lebensverhältnisse statt. Hierzu diskutierte Landrat Fleck mit DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born, Günter Fölting von der RWE Innogy und mit dem Energielandwirt Dr. Albrecht Broßmann. Deutlich wurde hierbei auch, dass die Fläche Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien ist: Gerade im ländlichen Raum ist die Energieerzeugung aus regenerativen Quellen von besonderer Bedeutung und bedeutet häufig dezentrale Energiegewinnung. Das entlastet nicht nur die Netze und sorgt für regionale Versorgungssicherheit, sondern stärkt auch die lokale Wertschöpfung und sichert Beschäftigung in der Region.
Die zweite Runde hatte sich vorgenommen, das Thema des ehrenamtlichen Engagements in der Kommunalpolitik näher zu belechten und für die Messebesucher greifbar zu machen. „Eine Kommune kann immer nur so gut sein wie ihre Bürger. Daher sollte bürgerliches Engagement in den Kommunen gestärkt werden.“ Mit diesem Statement eröffnete der DBV-Generalsekretär Born die Diskussion. DLT-Präsident Duppré betonte, dass sich ein Landrat auf die Bürger seines Kreises einlassen, deren Anliegen mittragen und mit Leidenschaft vertreten müsse. Dies nicht zuletzt, um den in vielen Gegenden anzutreffenden Strukturwandel zu bewältigen. Für die Bevölkerung sei entscheidend, dass die Region ihnen Chancen bietet. Der Präsident des Landesbauernverbandes Sachsen-Anhalt und Kreistagsvorsitzender im Salzlandkreis Frank Zedler knüpfte daran an und sagte, dass die Situation in seinem Kreis schwierig sei. Schließlich sei es aber mit viel Engagement gelungen, die Infrastruktur zu verbessern. Die designierte Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern, Juliane Vees, die auch Mitglied im Kreistag Freudenstadt ist, verdeutlichte die Bedeutung des Engagements von Frauen in der Kommunalpolitik. Gerade Frauen müssten sich nach ihrer Meinung stärker in die Kommunalpolitik einbringen, denn oftmals hätten insbesondere die Frauen ein deutlich größeres Bewusstsein und Verständnis für die alltäglichen Schwierigkeiten des Lebens im ländlichen Raum. Sie habe daher gemeinsam mit anderen politischen engagierten Frauen die Initiative „Weiblich wählen – unser Landkreis braucht Frauen“ gegründet. Zustimmung erhielt sie von DLT-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Hans-Günter Henneke. Er unterstrich die enorme Bedeutung der Nachwuchsförderung, wodurch verdeutlicht werde müsse, dass durch Engagement in der Kommunalpolitik gestaltet und entschieden werden könne.