Für Genießer: Hohenlohe und Schwäbisch Hall
21.1.2010
Am Donnerstag präsentierten sich die baden-württembergischen Kreise
Schwäbisch Hall und Hohenlohe. Sie sind Teil der offiziell 1. Genießerregion
in Baden-Württemberg. Da liegt es nahe, dass die Kreise sich auf der IGW
mit ihren hochwertigen Produkten präsentierten. So hatte das Berliner Publikum
am Stand ein Apfelerlebnis der besonderen Art. In den letzten Jahren wurde ein
naturverträgliches Tourismuskonzept für die Wäldergemeinden entwickelt,
in dessen Rahmen die „Wundergärten der Natur“ vermarktet werden.
Hier waren die Messebesucher mittendrin, statt nur dabei: Vom Apfel über
die Mühle, dann zur Presse bis zur Verkostung des sortenreinen Boskopsaftes
und weiterer Produkte. Passend zum Thema Apfel konnten die Besucher zudem einen
süßen Apfelblooz aus Hefeteig probieren.
An der Tierstimmenwand konnten daneben vor allem Kinder und Jugendliche Ihre
Naturkenntnisse testen. Abgerundet wird die gemeinsame Präsentation mit
der Hohenloher Weinkönigin, die die Besucher einlud, die Hohenloher Weine
zu probieren.
Aber auch in fachlicher Hinsicht hat der Deutsche Landkreistag – wie tags zuvor – einige Angebote gemacht. So fand im Rahmen des Zukunftsforums Ländliche Entwicklung an diesem Tag eine Veranstaltung von DLT und sechs weiteren Verbänden und Institutionen unter dem Thema „Ländliche Entwicklung 2020“ statt. Mit Vertretern von EU-Kommission, Bund und Ländern wurden einige der vielschichtigen Probleme rund um demografischen Wandel, Wirtschafts- und Landwirtschaftsförderung und Daseinsvorsorge diskutiert. Alles vor dem Hintergrund, dass die Folgen der demographischen Entwicklung, des Klimawandels und der weitergehende Strukturwandel auf dem Land in Anbetracht der Globalisierung die ländlichen Regionen vor neue, komplexe Herausforderungen stellen. Die Beteiligten waren sich darin einig, dass rechtzeitig Anpassungsstrategien entwickelt werden müssen, um geeignete Rahmenbedingungen für die Förderung der ländlichen Entwicklung und deren effiziente Umsetzung zu schaffen.
Zudem war DLT-Präsident Duppré zu Gast auf der Hauptveranstaltung des Zukunftsforums und wirkte hier neben Vertretern des Bundes, der Kommunen und gesellschaftlicher Gruppen an einer Podiumsdiskussion zum Thema Jugend im ländlichen Raum mit. Hierbei schilderte er die Situation in seinem Heimatlandkreis Südwestpfalz und darüber hinaus und verdeutlichte insbesondere, dass jungen Menschen eine echte Perspektive geboten werden müsse, nach auswärtig abgeschlossenem Studium oder Ausbildung wieder in ihre Heimatregion zurückzukehren. Er sagte, dass es fast naturgesetzlich sei, dass Jugendliche zum Zwecke der Ausbildung das Elternhaus verließen, um ihren Horizont in einer anderen Stadt oder in einem anderen Land zu erweitern. Entscheidend sei aber, diesen Menschen Anreize zu geben, danach auch wieder zurückzukehren. Daneben machte er auf den drohenden finanziellen Kollaps der Kommunalfinanzen aufmerksam und sprach sich entschieden dafür aus, erhebliche Gestaltungsspielräume auf der Ausgabenseite der Kommunen zu erschließen. Zudem müssten sich Bund und Länder wieder mehr aus der Durchnormierung von kommunalen Selbstverwaltungsaufgaben zurückziehen. Gleichzeitig seien Einnahmen notwendig, die die Ausgaben insbesondere der Landkreise im sozialen Bereich deckten.